Ausstellungen im Hühnerstall/ Exhibitions in the Henhouse (Juni, Juli 2014)

Ich lade Künstler dazu ein ihre Arbeiten in einem Hühnerstall im Garten meiner Eltern zu präsentieren.
Die daraus resultierenden Ausstellungen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und sollen im Anschluss über fotografische Dokumentation (Katalogdruck) zugänglich gemacht werden. Die Ausstellungen bleiben jeweils nur für die Dauer der Dokumentation bestehen. Die beteiligten Künstler bekommen Exemplare des daraus folgenden Katalogs, die wiederum in deren eigenen Ausstellungen ausgelegt und für die dortigen Rezipienten zugänglich gemacht werden sollen.

An den Hühnerstall als symbolischen Ort, der die ironische Frage aufwirft, was zuerst dagewesen sein soll: “Huhn oder Ei?”, lassen sich viele weitere Überlegungen anknüpfen: Urheberrecht in der Kunst, das göttliche Ideal eines Schöpferkünstlers, Mythen, Fragen nach Identität, Gleichberechtigung, Geburt und Zufälligem.

Ebenso stellt sich die Frage nach dem Ort der Kunstpräsentation: Kunst in einem weißen, hermetischen Raum als Ausgangspunkt für die beste Präsentationsform?
Ein Hühnerstall bringt andere Fragen mit sich als ein Raum, der z.B. für die Kunst extra erbaut wurde, oder als ein umfunktionierter Projektraum (Offspace).
Die Ausstellenden werden mit einer eigenwilligen Konstruktion (Maschendrahtzaun, Nester, Sitzstangen), Tieren, deren Futter und Mist konfrontiert. Verschiedene Arbeitsweisen werden dadurch ersichtlich und in der Präsentation gegenübergestellt.

Der Hühnerstall befindet sich in einem Privatgarten hinter einem Wohnhaus. Ungeeignet für Besuchermassen, aus Rücksicht und zum Schutz den Tieren und Anwohnern gegenüber, birgt die Art der Rezeption in Form eines Kataloges auch etwas Geheimnisvolles. Eine Vorstellung von einem idyllischen, privaten Ort, der von Ausruhen, Rückzug und Ruhe träumen lässt. Eine Grenze zum Privaten, das Verbot, welches nicht überschritten wird. Eine weitere aktuelle Frage in Zeiten, in denen die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem durch Soziale Netzwerke verschwimmen.

Der Hühnerstall als Ort des Experiments, der Inszenierungsmöglichkeit, Ort vorübergehender Zustände. Beobachten, planen, aus einer Laune heraus handeln, Spaß haben, Möglichkeiten finden, sich diesem Raum zu nähern.

ENGLISH:

I invite artists to show their work inside a hen house in my parents’ garden.
All exhibitions will be closed to the public but will reach the audience via photo documentation/ catalogue print afterwards. The participating artists will be issued copies to show and introduce the hen house-project in their own upcoming exhibitions.

The hen house as a symbolic place, which raises the ironic question about what came first: the chicken or the egg, also includes questions about copyrights & arts, godlike ideals, myths, questions about equality, birth and coincidence.

Then there is the question of the right space for the representation of art. Is a white hermetic space always the best starting point to show art? The hen house implicates different questions than a purpose built or a building specially adapted for the purpose of representing art.
The artists will be faced with an idiosyncratic construction, including cyclone fence, nests, perches, animals, their food and dung. Different ways of working will become apparent and will be confronted with each other in the presentation.

The hen house is located in a private garden at the back of a house. Inappropriate for masses of visitors, considering the animals and the neighbours, the  reception via catalogue also implies something mysterious. An idyllic, private place, which lets us dream of rest, retreat and peace. The borders of privacy, the prohibition, which will not be exceeded. Another current issue in times of social networks, where the borders between public and private blur.

The hen house as a place for experiment, stage, temporary conditions, observations, to plan, to do something on a whim, have fun and approach the space.

 

AUFHÄNGER!!!

 

Ausstellungsansicht, GapGap Offspace Leipzig 2016

“Phantomschmerz”, 290 x 70 x 44 cm (2x) + 2 digitale Bilderrahmen mit Videoanimation, 2016

Videoinstallation im Hühnerstall

“(Re)animiertes Vogelbaby” im Loop

! Totes Vogelbaby (re)animiert
In Endlosschleife gezeigt hat das Video weder Anfang noch Ende. Die Frage was zu erst da gewesen sein soll, das Huhn oder das Ei, wird umgangen und für überflüssig erklärt.

EIERSERIE

Ölmalerei auf Leinwand :-)